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Lappland
Kiruna
  Kiruna –
jenseits des Polarkreises   V
  Es ist der 25. März – vor fünf Tagen war Frühlingsanfang. Aber hier in Kiruna ist davon nichts zu spüren. Das Thermometer am »Folketshus« zeigt eine Außentemperatur von minus 8 Grad Celsius an und da ist es kein Wunder, dass die kunstvoll geschnitzten Eisfiguren trotz des strahlenden Sonnenscheins nicht schmelzen. Aber in Kiruna hat man sich auf den Winter eingestellt. Die Autos fahren alle mit Spikes, Motorschlitten gehören in der Stadt zum Straßenbild und Passanten auf dem Weg zum Supermarkt schieben hölzerne Schlitten an hüfthohen Griffen vor sich her …
 
  Die Stadt liegt auf einem Hügel am Ufer eines kleinen, zugefrorenen Sees mit Blick auf das Eisenerzbergwerk Kirunavaara. Kiruna und das Bergwerk sind denn auch untrennbar miteinander verbunden. Rund 20.000 Menschen leben in der nördlichsten Stadt Schwedens und fast etwa jeder 7. steht auf der Lohnliste von LKAB, dem Betreiber des Bergwerks. Unter unseren Füßen befindet sich die größte unterirdische Eisenerzgrube der Welt, in der seit dem späten 19. Jahrhundert bereits nahezu eine Milliarde Tonnen Roherz abgebaut worden sind. Der mit bis zu 80 % sehr hohe Eisenanteil ist der Grund, dass sich der Abbau unter den schwierigen Bedingungen nördlich des Polarkreises lohnt. Was in die Güterwagons verladen wird, ist hochfeines Eisen in Kugelform – sogenannte Pellets. 20 Millionen Tonnen werden davon jedes Jahr per Bahn zu den Häfen im norwegischen Narvik und nach Lulea an der Ostsee gebracht ...