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Ägäis
  Auf alten Römerstraßen und durch verlassene Geisterstädte nach Fethiye   V
  Rund 3200 Griechen lebten hier an den felsigen Hängen – bis sie 1922 gehen mussten. Nach Ende des Griechisch-Türkischen Krieges (1919– 1922) bekam die Türkei im Friedensvertrag von Lausanne die Kontrolle über Anatolien zurück und ein Bevölkerungsaustausch wurde verfügt. Die Griechen verließen Kayaköy, und an ihrer Stelle kamen Türken aus dem nahe gelegenen Rhodos. »Aber die Türken wollten nicht in den verlassenen Häusern Kayaköys wohnen«, erklärt uns Diego. Abgesehen davon, dass sie gewohnt waren, ein Stück Land rundherum zu beackern, waren sie sehr abergläubisch. Die Griechen hatten ihre Toten im Dorf begraben und die Türken fürchteten sich vor der Rückkehr ihrer Seelen. Kurzum: Sie bauten ihre Häuser lieber unten und nahmen sich aus den verlassenen Gebäuden der Griechen nur, was sie gebrauchen konnten: Fensterläden, Türen, Dachziegel ...
 
  So wurde Kayaköy zur Geisterstadt. Rund 3.500 verlassene und zu Ruinen verfallene Häuser, zwei Kirchen und 14 Kapellen verteilen sich über den breit gezogenen Hang und stehen mittlerweile unter dem Schutz der Unesco. Nachdem wir die Ruinen der Katopanayi-Kirche besichtigt haben, folgen wir dem mit groben Pflastersteinen ausgelegten Weg, der zwischen den Häuserruinen den Bergkamm hinauf schlängelt. Auf dem den Ort überragenden Hügel liegt die alte Kapelle, von wo aus man einen spektakulären Blick auf’s Meer und die angrenzende Soguksu-Bucht hat. Trotz der Mittagshitze weht hier oben ein leichter, frischer Wind und verschafft uns etwas Kühlung, nach dem 200-Meter hohen Aufstieg. Weit schaut man von hier oben übers Land und die türkischen Steinhäuser, die sich zwischen Wiesen und Feldern in der Ebene verteilen …
Fethiye