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Käptänsdinner auf der 'Translubeca' – mit Krimsekt und Plutonium über die Ostsee   VI
  An Bord der ‚Translubeca’ werden wir zunächst mit den übrigen »Zugestiegenen« in die Messe zum Check-In gebeten. Außer uns hat nur noch ein deutsches Ehepaar aus der Nähe von Hamburg diesen ungewöhnlichen Weg der Ostseeüberquerung auf einem Frachter gewählt, der Rest sind alles russische Lastwagenfahrer, deren Lkws vom russischen Zoll gerade im Frachtraum versiegelt werden. Der finnische 1. Offizier drückt uns den Schlüssel zu unserer Kabine in die Hand und wünscht uns eine gute Reise. Die werden wir wohl haben, denn unsere Kabine erweist sich für ein Frachtfährschiff als unerwartet komfortabel…
 

Dann inspizieren wir erst einmal das Schiff. Die ‚Translubeca’ ist 1990 in Danzig vom Stapel gelaufen und gehört seit dem Konkurs der Lübecker Reederei Poseidon zur Finnlines-Gruppe. Mit fast 160 Metern Länge und 25.000 BRT gehört die ‚Translubeca’ zu den größten Frachtfährschiffen, die auf der Ostsee verkehren. Die drei Ladedecks verfügen über eine Fahrbahnlänge von insgesamt 2100 Metern für die zu transportierenden Sattelzüge, ferner bietet das Wetterdeck ausreichend Platz für jede Menge Container, die dort gegen allzu heftigen Wellengang verzurrt werden können. Was die ‚Translubeca’ indes von anderen Frachtfähren unterscheidet sind ihre 33 modernen und durchaus komfortablen Zwei- und Vierbettkabinen für insgesamt 84 Passagiere. Sauna, Schwimmbad, Bar und ein Restaurant sollen auf der Frachtfähre einen Hauch von Kreuzfahrtreise aufkommen lassen. Aber nicht nur die »Lorry-Driver« können die Annehmlichkeiten des Frachters genießen, sondern die ungewöhnliche Passage von Lübeck nach St. Petersburg und zurück über Kaliningrad an Bord der ‚Translubeca’ kann auch von Einzelreisenden wie uns gebucht werden. Und diese bizarre Mischung aus Frachtschiffatmosphäre und Kreuzfahrtluxus lässt sich am besten in einem der Liegestühle auf dem sonnenbeschienenen Achterdeck genießen…