Home
Start 1-Warschau 2-Krutyn 3-Spychowo 4-Krutyn
Masuren
Pillau
Käptänsdinner auf der 'Translubeca' – mit Krimsekt und Plutonium über die Ostsee   III
  Boris stoppt den Mercedes vor einem rot-weiß gestreiften Schlagbaum ab. »Ihre Passierscheine!« fordert eine uniformierte Soldatin an dem Kontrollposten. Frank kramt etwas unruhig in seinem Rucksack. 300,00 Euro haben wir für die Visa und den erforderlichen Passierschein an Baltic Travel gezahlt, die uns die erforderlichen Einreisepapiere und unseren Taxifahrer besorgt haben. Jetzt wird sich zeigen, ob das Papier mit den amtlich aussehenden Stempel sein Geld wert ist. Die Miene der russischen Kontrolleurin bleibt ernst, aber schließlich reicht sie uns die Papiere zurück, schiebt den Schlagbaum beiseite. Dawaj, dawaj, bevor sie es sich noch anders überlegt ...
  Nun sind wir mitten im Herzen des eigentlichen Sperrgebiets. Früher war es für westliche Zivilisten nahezu ausgeschlossen, in das streng bewachte Hafengebiet zu gelangen. Nach jahrelangen Streitereien mit der Kaliningrader Stadtverwaltung hat das Militär zwischenzeitlich aber Teile des Militärhafens geräumt und für den zivilen Güter- und Personenverkehr freigegeben. Seitdem wurde hier ein neues Frachtterminal gebaut und können auch moderne Kreuzfahrtschiffe in das breite Hafenbecken einfahren, um Touristen nach Kaliningrad zu bringen…
  Vor einem weiteren Schlagbaum bremst Boris das Taxi ab. Der eigentliche Hafenbereich ist durch einen hohen Zaun hermetisch abgeriegelt und noch einmal heißt es Passkontrolle. Boris verschwindet mit unseren Pässen in einem weißen Containergebäude, in dem das russische Hafenbüro untergebracht ist. Kritisch beäugt gehen unsere Pässe von Hand zu Hand der vier Grenzsoldaten, die dort in bester Türstehermanier über den Zugang zum Hafen entscheiden. Boris verhandelt, Boris diskutiert, während draußen vor dem Schlagbaum ein weiterer bärbeißiger russischer Soldat in Tarnuniform mit seinem deutschen Schäferhund Wache schiebt und »Hol das Steinchen« spielt ...