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Käptänsdinner auf der 'Translubeca' – mit Krimsekt und Plutonium über die Ostsee   I
  Kaliningrad morgens um Fünf – die Scheinwerfer der ersten Autos werfen ihre Strahlen auf den Asphalt des Leninski-Prospekts. Zwei russische Straßenkehrer verrichten vor dem Hotel Kaliningrad bereits ihren Dienst, als wir mit unseren Rucksäcken bepackt die dunkle Hotelhalle betreten. Dort wartet bereits Boris, unser deutschsprachiger Taxifahrer auf uns, um uns in das 50 Kilometer entfernt liegende Baltisk zum Schiff zu bringen. Aber die ‚Translubeca’, die dort im Hafen von Baltisk auf uns wartet, ist kein normales Fähr-, sondern ein Containerschiff, auf dem wir die Passage von Russland zurück nach Deutschland gebucht haben. »Guten Morgen«, begrüßt uns Boris in fast akzentfreiem Deutsch. Kein Wunder, denn unser Taxifahrer war während des kalten Krieges mehrere Jahre als Soldat der Roten Armee in der Nähe von Magdeburg stationiert. Nach seiner Zeit in der Armee ist er mit seiner Familie von Moskau nach Kaliningrad gezogen, hat sich von seinen Ersparnissen einen alten Mercedes gekauft und fährt seither als Stadtführer vorwiegend deutsche Touristen durch das ehemalige Königsberg…
Nachdem unser Gepäck im Kofferraum des Mercedes verstaut ist, geht es über den Moskovskij-Prospekt in die westlichen Vororte Kaliningrads. Mittelhufen und Amalienau wurden von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs weitestgehend verschont. An den mit Bäumen gesäumten Straßen stehen noch die alten Villen ehemaliger deutscher Fabrikanten und Unternehmer des alten Königsberg, viele baufällig, andere mit einem frischen Anstrich versehen. »Viele der alten Stadtvillen werden heute von reichen Russen bewohnt, in anderen sind die zahlreichen Botschaften untergebracht, die sich in Kaliningrad angesiedelt haben«, erklärt uns Boris. Derweil verlassen wir so langsam die Vororte der Stadt und biegen auf die Landstraße A193 Richtung Baltisk ein…