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Kaliningrad
Kaliningrad – in den Armen von Mütterchen Russland   VII
  In der Bahnhofshalle treffen wir Gennadi, unseren Taxifahrer, der mit einem Schild in der Hand auf uns wartet und uns zu seinem Taxi, einem bordeauxroten Opel Omega führt. Wir packen unsere Rucksäcke in den Kofferraum des Taxis und dann geht es über die achtspurigen Einfallstraße Richtung Innenstadt. Die Taxifahrt vom Bahnhof ins Zentrum von Kaliningrad verschafft uns einen ersten Eindruck von der Stadt, die während des 2. Weltkriegs nahezu völlig zerstört wurde und von den Sowjets bis 1991 zur Sperrzone erklärt worden war. Düster wirkendes Brachland und graue Plattenbauten wo früher stolze Bürgerhäuser und Kirchen standen. Keine andere europäische Stadt hat sich im letzten Jahrhundert so sehr verändert, wie das ehemalige Königsberg…

 

 

Wir überqueren auf einer breiten Hochbrücke den Pregel, der mitten durch die Stadt fließt, und fahren auf den zentralen Platz zu, auf dem früher das Königsberger Schloss stand. Die Außenmauern des Prachtbaus, in dem Preußens Könige gekrönt wurden, hatten zwar den Feuersturm des Krieges überstanden, gegen die Propagandastürme der Kommunisten, die das "düstere Teutonenbollwerk" beseitigen wollten, waren sie aber machtlos. Ende der 60er-Jahre wurde die Ruine gesprengt. Kurz darauf zog man am gleichen Ort das »Haus der Räte« hoch, einen 16-stöckiger Betonklotz, der als Rathaus und Parteizentrale der KPdSU geplant war aber nie bezogen wurde, weil auf Grund statischer Fehler Einsturzgefahr bestand. Geblieben ist der Stadt bis heute eine bizarre Bauruine in Gestalt eines grauen Beton-Rohbaus...