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Masuren
Kaliningrad
Kaliningrad – in den Armen von Mütterchen Russland   VI
  Um 12.00 Uhr setzt sich unser Zug schließlich langsam in Bewegung. Wer aber geglaubt hat, dass sich unser Zugführer darum bemühen würde, die 30 Minuten Verspätung wieder einzuholen, der sieht sich getäuscht. Ganz im Gegenteil. Im Schritttempo schleicht unser Zug durch das russisch-polnische Niemandsland, das hier im äußersten Nordosten Polens die Grenze zu der russischen Enklave Kaliningrad bildet. Stacheldraht, Wachtürme – dann bleibt unser Zug plötzlich vor einem Zauntor stehen. Dass der »eiserne Vorhang« ein wirkliches Tor aus Draht und Eisen ist, haben wir bislang auch nicht gewusst. Aus einem kleinen Häuschen kommt gemächlichen Schrittes ein russischer Grenzsoldat mit einer geschulterten Kalaschnikow, schließt das Tor auf und dann sind wir endlich auf russischem Boden…

 

 

 

Wir fahren nun in Russland weiter, auf dem einzigen Schienenweg mit westeuropäischer Spurbreite. Das zeitaufwendige Wechseln der Räder auf die russische Spurbreite an der Grenze fällt damit weg. Jetzt heißt es erst einmal die Uhren umstellen. Kaliningrad ist unserer MEZ eine Stunde voraus. Während der Zug langsam über die Schienen holpert, kramt Frank nach der Telefonnummer unseres russischen Taxifahrers, den wir bereits von Deutschland aus geordert haben, um uns in der wenigen Zeit, die wir für Kaliningrad haben, die Stadt zu zeigen, um ihm zu sagen, dass wir mindestens eine Stunde Verspätung haben werden. Und tatsächlich, es ist bereits 15.30 Uhr Ortszeit, als in der Ferne die tristen Silhouetten der Kaliningrader Plattenbauten auftauchen. Kurz darauf erreichen wir dann auch endlich den Kaliningrader Hauptbahnhof, das Ziel unserer insgesamt fast siebenstündigen Reise…