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Masuren
Kaliningrad
Kaliningrad – in den Armen von Mütterchen Russland   II
  Jetzt wird es spannend. Wir haben noch keine Zugfahrkarten und blicken in der Bahnhofshalle zunächst doch etwas ratlos auf die Anzeigetafel. Nix vollautomatisch – hier werden die Abfahrtszeiten der Züge noch von Hand gesteckt. Aber von Kaliningrad ist da nichts zu sehen. Gut, dass wir Andrzej dabei haben. »Ihr müsst erst mit dem Zug nach Braniewo, das direkt an der russischen Grenze liegt, und dort dann in den Zug nach Kaliningrad umsteigen«, erklärt uns unser polnischer Fahrer. Ach so, und wie kommen wir an Karten? Auch das ist mit Andrzej kein Problem. Er führt uns zum richtigen Kartenschalter, plauscht ein wenig mit der Kartenverkäuferin und kurz darauf halten wir fünf Fahrkarten für die Fahrt nach Kaliningrad in den Händen. Damit haben sich die 150,00 Euro gleich doppelt bezahlt gemacht, denn mit Ollis rudimentären Polnischkenntnissen wären vermutlich überall, aber bestimmt nicht in Kaliningrad angekommen…

  Jetzt bleibt uns noch etwas Zeit, bis unser Zug um 8.53 Uhr abfährt. Zeit, die wir dazu nutzen mit Andrzej noch einen Kaffee zu trinken, bevor er sich dann auf die Rückfahrt nach Krutyn macht. Wir durchforsten derweil die Bahnhofshalle auf der Suche nach einem Geschäft, in dem wir unsere letzten Zloty loswerden können. Fündig werden wir schließlich in einer Bäckerei, in der wir uns klebrige Berliner und süße Brötchen in eine Papiertüte packen lassen, mit der wir uns dann auf den Weg zu Gleis 5 machen, wo in wenigen Minuten unser Zug Richtung Russland abfahren soll. Was für ein Zug mag uns da wohl erwarten? Eine altersschwache Elektrolok aus DDR-Altbeständen oder etwa gar eine Original-Dampflokomotive? Aber was dort auf den Gleisen steht, und eher einer S-Bahn gleicht, kann doch unmöglich unser Zug für die etwa 100 Kilometer lange Fahrt an die russische Grenze sein – oder doch? Wir fragen den Schaffner und der nickt – Tak, das ist der Zug nach Braniewo…