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Masuren
Kaliningrad
Kaliningrad – in den Armen von Mütterchen Russland   I
  Krutyn am frühen Morgen. Um 6.00 Uhr pellen wir uns aus den Federn und schleichen mit unserem Gepäck auf Zehenspitzen aus der Pension. Im Hof wartet bereits Frau Nosek mit unseren Lunchpaketen und bedeutet uns bitte leise zu sein, denn die übrigen Gäste schlafen natürlich noch. Eigentlich hatten wir geplant mit dem Überlandbus nach Olsztyn zum Bahnhof fahren wollen, aber als wir gehört haben, dass wir dann bereits um 20 nach 5 Uhr an der Landstraße hätten stehen müssen, haben wir diese Überlegung rasch gecancelt und lassen uns nun von Andrzej für 150,00 Euro im VW-Bus nach Olsztyn fahren. Der kommt um 15 vor 7 auf den Hof gefahren, Gepäck hinten rein, ein Abschiedsphoto mit unserer Pensionswirtin und ab geht's…

  Mit 80 Sachen zuckelt unser VW-Bus über die morgendlichen Landstraßen. Knapp drei Stunden bleiben uns für die rund 100 Kilometer nach Olsztyn – das soll wohl reichen. Während wir noch vor uns hin dösen, zündet sich Andrzej seine erste Zigarette an und erzählt uns davon, wie mühsam es vor dem Mauerfall war, nach Deutschland zu fahren, um dort für eine Handvoll Devisen zu arbeiten. Hamburg, Stuttgart und Würzburg waren seine Stationen, bevor er sich gemeinsam mit seiner Frau und mit Billigung seiner Mutter daran machte, das elterliche Gehöft zu der heute ganz passabel laufenden Pension auszubauen. »Aber das ist alles harte Arbeit«, erklärt er uns »und die Saison ist kurz.« Währendessen durchqueren wir Mragowo und befinden uns auf der gut ausgebauten Landstraße, die geradewegs nach Olsztyn und von dort weiter an die Ostsee führt. Der Verkehr hat nun deutlich zugenommen, aber dennoch läuft's und wir kommen gut voran, so dass wir bereits gegen ½ 9 die Außenbereiche von Olsztyn mit ihren grauen Plattenbauten erreichen. Wenige Minuten später lenkt Andzrej den VW-Bus auf den Bahnhofsvorplatz…