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Masuren
Spychowo
Erster Muskelkater - vom
Biale-See nach Spychowo   III
  Auf dem kleinen Wochenmarkt, auf dem die Händler gerade ihre Waren auspacken, kaufen wir noch einen Flussführer, denn wir wollen aufs Wasser. Ein Wunsch, mit dem wir nicht alleine sind. Ganz Krutyn scheint sonntags im Paddelfieber zu sein. Am Fluss werden schon reichlich Kajaks ins Wasser gewuchtet, ganze Gruppen machen sich auf zu einer Tagestour auf der Krutyna und wir sind froh, dass wir uns wohlweislich dazu entschlossen haben, diesen ohne jeden Zweifel sehr schönen Flussabschnitt nicht am Wochenende, sondern erst am Mittwoch zu befahren und statt dessen unsere Paddeltour weiter flussaufwärts zu beginnen. Apropos »beginnen« – so langsam kann es jetzt doch losgehen, aber zurück an der Pension erfahren wir, dass wir doch noch in der Warteschleife hängen. Zunächst wird noch eine größere Reisegruppe paddeltechnisch versorgt, bevor wir dann endlich um 11.00 Uhr an der Reihe sind. Paolo hat zwei rote Zweier-Kajaks auf seinen Hänger geladen, der von einem altersschwachen VW-Bus gezogen wird. Die Karre hat fast 300.000 Kilometer auf dem Buckel und das Seitenfenster wird durch einen eingekeilten Schraubenzieher gehalten, aber ansonsten ist der Wagen »wie neu« …  
   
  Über winzige Straßen fährt uns Paolo nach Dluzec, dem früheren Langendorf, einem kleinen Ort an dem gleichnamigen See, wo wir in unser Paddelabenteuer einsteigen wollen. Fast 100 Kilometer schlängelt die Krutyna sich durch die Masurische Seenplatte, verbinden Flüsse und Kanäle insgesamt fast 20 Seen zu einem in Europa in dieser Urtümlichkeit wohl einmaligen Paddelrevier, das mit seiner zauberhaften Landschaft und der unberührten Natur Heimat für eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt bietet. Rund um die Seen und Flüsse sind unter anderem noch Bieber und Luchse, Seeadler und Schwarzstörche beheimatet, die es mit etwas Glück zu beobachten gilt. Die klassische Kanustrecke der Krutyna beginnt eigentlich in Sorkwity, führt bis nach Ruciane Nida und ist für Amateurpaddler auf acht bis zehn Paddeltage angelegt. Wir sparen uns das erste und das letzte Teilstück, wollen dafür aber die verbleibenden 70 Flusskilometern in nur drei Tagen abreißen – wenn der Muskelkater uns keinen Strich durch die Rechnung macht …