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Masuren
Warschau
Warschau – im Schatten
des Kulturpalasts   III
  Der Kulturpalast gehört wohl zu den dauerhaftesten Zeugnissen Polens, an seine kommunistische Vergangenheit und deshalb unter den Polen auch zu den umstrittensten Bauwerken er Stadt. Hier wird deutlich, weshalb Warschau mit seinen 1,7 Millionen Einwohnern die wohl kontrastreichste Stadt Polens ist. Eingerahmt von den Glaspalästen westeuropäischer Banken und Konzerne, die sich rund um den Bahnhof angesiedelt haben, spiegelt der Kulturpalast mit seinen überdimensionalen, in Stein gemeißelten Figuren den sozikommunistischen Stil einer anderen, längst vergangenen Ära wider. Eigentlich wollen wir mit dem Fahrstuhl hinauf in den 30. Stock, von wo aus man eine tolle Aussicht auf die Stadt haben soll, aber das kostet Geld und wir haben noch keine Zloty. In der im Kulturpalast gelegenen Bank will man unsere Euros nicht wechseln und so ziehen wir schließlich ohne Aussicht unverrichteter Dinge ab…




Die Suche nach einem Cafe, in dem wir zunächst einmal frühstücken können, gestaltet sich schwierig. Nicht, weil es in Warschau keine Cafes gäbe, ganz im Gegenteil, in der Ulica Chmielna und der Ulica Foksal, wo Warschaus Boheme flaniert, reiht sich Cafe an Modeboutique an Cafe, steigt uns der Geruch von Kaffee und frischen Croissants in die Nase – aber eben alles nur gegen Zloty und die haben wir immer noch nicht. Euro – nein danke! Auch unser Hinweis, dass die Polen unseren Euro doch sowieso demnächst kriegen nützt nichts. Auch in den Banken stets die gleiche Antwort: »Wir sind keine Wechselstube, sie müssen zum Geldtauschen in einen ’Kantor’«. Die soll es in der Stadt fast überall geben, aber eben nur fast. So ziehen wir mit unserem schweren Gepäck immer weiter durch die Stadt, bis unser letzter Versuch bei einer Bank in der Ulica Tamka schließlich fruchtet. Endlich Rubel – nein Zloty…