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Masuren
Warschau
Warschau – im Schatten
des Kulturpalasts   I
  Unsere diesjährige Abenteuerreise beginnt um 21:00 Uhr an Gleis 9 des Frankfurter Hauptbahnhofs. Nachdem wir in den letzten beiden Jahren mit dem Flieger zu unseren jeweiligen Bestimmungsorten angereist sind, war es an der Zeit, sich wieder auf die Ursprünge unserer Reisen zu besinnen – und die begannen mit der guten alten Bahn. Standesgemäß den Rucksack geschultert steigen wir um kurz nach 9 in den ICE, der uns zunächst nach Hannover bringen soll, wo Henri auf uns wartet und wir dann in den Nachtzug nach Warschau umsteigen werden. Bis dahin lümmeln wir uns in den Business-Seats unseres 1.-Klasse-Abteils – die nicht nachzuvollziehende Preispolitik des Bahn macht es möglich, dass 1. Klasse billiger war als unsere angestammten Plätze auf dem Gang der 2. Klasse – und reißen das erste Bier des Urlaubs auf. Na denn man prost!

 

 
  Was dekadent begann, wird dann aber spätestens in Hannover wieder äußerst bodenständig. Dort wartet nicht nur Henri, sondern auf Gleis 11 mit dem »EuroNight« auch der Nachtzug nach Warschau mit unserem allseits beliebten Liegewagen. Erinnerungen an schlaflose Nachtfahrten in embryonaler Krummstellung werden spätestens in dem Moment wach, als Olli seine fast zwei Meter Gardemaß auf seiner 1,90 Meter langen Pritsche auszustrecken sucht. Als dann der Schaffner uns noch mit der frohen Botschaft beglückt, dass es keine Decken gibt, da man die in Warschau vergessen habe und wir feststellen müssen, daß unsere beiden polnischen Abteilgenossen sich bereits in unsere Laken eingemummelt haben und auf »toter Mann« machen, kriegt Bahnfahren im Nachtzug doch wieder eine ganz besondere Note. Als sich der »EuroNight« um 00:34 Uhr ruckelnd ’gen Warschau in Bewegung setzt, blicken wir fröstelnd einer schlaflosen Nacht entgegen…