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Sierra
de Guara
8. Tourpunkt: Rio Vero – der lange Marsch nach Alquezar 9. Tourpunkt: Girona – Abschied mit Hindernissen 7. Tourpunkt: Canyon Oscuros del Balces – die dunkle Seite des Rio Isuala 6. Tourpunkt: Canyon Mascun – nur die Wand zählt 1. Tourpunkt: Barcelona – »Rumble at the Rambles« 2. Tourpunkt: Bierge – eine Casa, eine Fiesta und der Camera-Blues Unter Geiern – In den Schluchten der Sierra de Guara 3. Tourpunkt: Canyon Formiga – in der Schlucht der Geier 4. Tourpunkt: Otin – das verlassene Ziegendorf 5. Tourpunkt: Canyon Peonera – nur die Härtesten kommen durch
9. Tourpunkt: Girona – Abschied mit Hindernissen
Formiga
  Canyon Formiga –
in der Schlucht der Geier   V
  So, wie war das noch? Seil durch den Karabinerhaken, Haken in die Öse am Klettergurt, eine Hand an’s Seil, mit der anderen vom Fels abstoßen, die Beine durchstrecken und dann den Hintern von der Wand wegdrücken…

Von oben sichert uns Patrick, der jedem, der zu lange zögert, mit einem freundlichen Schubs über die Klippe hilft, während unten Charlie schon auf uns wartet und Tips gibt, wie man am besten die Füße setzt. Dann haben es alle geschafft. Wir stehen direkt am Rand des Flusses, der sich hier laut rauschend in den Sandstein gefräst hat. Als erstes ziehen wir unsere mitgeschleppten Neoprenanzüge an, denn hier unten ist es ziemlich schattig und das Schmelzwasser hat allenfalls 15 Grad…

Helm auf und los geht’s. »On line« folgen wir Patrick in das Dämmerlicht des Canyons hinein in eine völlig verrückte Welt aus Fels und Wasser. Zunächst geht es noch recht gemächlich zu. Wir klettern über in die Schlucht gestürzte Felsbrocken und haben uns gerade daran gewöhnt, wie die Füße in dem reißenden Fluss zu setzen sind, als Patrick vorne stoppt. Ein Wasserfall. Der Fluss stürzt hier über einen Felsen acht Meter in die Tiefe. Und da unten ist die Schlucht gerade mal zwei Meter breit. Was jetzt? Patrick grinst und packt 50 % seines deutschen Wortschatzes aus: »Springen«. Da runter? Im Kopf stellen sich Bilder von gebrochenen Beinen bei Sprüngen ins Ungewisse ein, da macht uns Patrick auch schon mit dem Rest seiner Deutschkenntnisse vertraut: »Kaputt«! Was er uns zu verstehen geben sucht ist wohl, dass wir dort unten nicht zu nahe an der Felswand landen dürfen, »sonst kaputt«. Um den Landepunkt zu markieren, streift Patrick seinen Rucksack ab und wirft ihn in die Tiefe. Laut klatschend schlägt der an einer Stelle auf, wo sich das Wasser weiß aufwirbelt. Die gilt es also zu treffen – na prima…