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8. Tourpunkt: »Grande finale« in Venedig
1. Tourpunkt: Wir entern die »Mau Yee« 2. Tourpunkt: Leinen los – auf nach Porec! 3. Tourpunkt: Im Reich der tausend Inseln 4. Tourpunkt: Rovinj - die Perle Istriens
Istrien
5. Tourpunkt: Zurück nach Vrsar 6. Tourpunkt: Sturm – die Bora bläst! 7. Tourpunkt: Unter roten Segeln – Umrundung des Kap Savudrija 8. Tourpunkt: »Grande finale« in Venedig
Vrsar
  Zurück nach Vrsar  II
  Seit über 15 Jahren kreuzt Hannes Schacht nun schon mit der Mau Yee durch die kroatische Adria. »Früher waren es vor allem Surfer aus München und Umgebung die auf die Mau Yee kamen,« erzählt er uns. »Dann war hier an Bord mächtig was los. Überall lagen bunte Segel an Deck und wenn die Bora zu blasen begann haben wir eine der vielen Buchten angesteuert und die Jungs sind von Bord Surfen gegangen.« Ein wenig Wehmut klingt in seinen Worten mit, denn ohne Zweifel ist es im allgemeinen deutlich ruhiger an Bord geworden, auch wenn wir sicherlich eine Ausnahme bilden. »Im Sommer 1991 kam dann der Bürgerkrieg. Slowenen, Kroaten und Serben machten Jagd aufeinander und ich konnte das viele Leid nicht tatenlos mit ansehen.« Hannes begann damit, Flüchtlingskinder an Bord der Mau Yee zu nehmen und diese außer Landes zu schmuggeln. »Das war natürlich nicht erlaubt und auch nicht ungefährlich«, schmunzelt unser Käpt’n, »aber was sollte ich denn machen. Überall wurde geschossen und wie immer sind die Kinder die eigentlichen Leidtragenden des Krieges.«



  Durch den Einsatz als »Friedensschiff für Flüchtlingskinder« wurde Hannes Schacht auch in Deutschland bekannt. An der istrischen Küste ist er das sowieso, denn überall wo wir in den Häfen anlaufen wird Hannes von den Hafenmeistern freudig begrüßt, folgt ein kleines Schwätzchen und freut man sich offensichtlich, die Mau Yee und ihren grauhaarigen Eigner zu sehen. »Aber jetzt ist es an der Zeit, einen Nachfolger zu finden«, resümiert Hannes, »jemanden der mit Herz und Verstand, aber auch dem nötigen Kleingeld mein Lebenswerk fortsetzt. Ich bin jetzt 74 und habe nicht mehr die Kraft für die langen Törns.« Deshalb sucht er nun nach Investoren die sicherstellen sollen, dass die rostroten Segel der Mau Yee auch künftig noch in den Häfen der kroatischen Adria zu sehen sind…