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8. Tourpunkt: »Grande finale« in Venedig
1. Tourpunkt: Wir entern die »Mau Yee« 2. Tourpunkt: Leinen los – auf nach Porec! 3. Tourpunkt: Im Reich der tausend Inseln 4. Tourpunkt: Rovinj - die Perle Istriens
Istrien
5. Tourpunkt: Zurück nach Vrsar 6. Tourpunkt: Sturm – die Bora bläst! 7. Tourpunkt: Unter roten Segeln – Umrundung des Kap Savudrija 8. Tourpunkt: »Grande finale« in Venedig
Inseln
  Im Reich der tausend Inseln  I
 

Echte Seebären brauchen scheinbar nicht viel Schlaf. Gerade mal vier Stunden haben wir in unseren Kojen verbracht, als uns der monotone Singsang des kroatischen Wetterdienstes weckt, den Hannes über Funk abhört. Trotz des leichten Miefs und der Schnarcherei haben wir blendend geschlafen, wozu sicherlich beigetragen hat, dass Jan und Henri wieder auf dem Vorderdeck übernachtet haben und so für den Rest in unserer kleinen Viererkajüte mit den zwei Stockbetten etwas mehr Sauerstoff verblieben ist…

Im Schatten des Sonnensegels, das das Achterdeck überspannt, ist bereits der Frühstückstisch gedeckt; Kaffee, Brot, gelbe und rote Marmelade und für den der mag auch Käse und Wurst. Letztere ist allerdings nur mit äußerster Vorsicht zu genießen, denn unser Kühlschrank verdient seinen Namen nicht wirklich, kühlt er doch nur, wenn der Schiffsmotor läuft, so dass einem morgens die Butter bereits entgegengelaufen kommt...

Der Morgen beginnt zunächst ganz geruhsam. Auslaufen nicht vor 12 Uhr, denn wir müssen noch auf Robert, unseren zweiten Hilfsmatrosen, warten, der diese Nacht mit dem Zug aus Deutschland angereist und noch auf dem Weg hierher nach Porec ist. Außerdem hat der Seewetterdienst für die Nordadria »thunderstorms« gemeldet und Hannes ist skeptisch, ob das zur Zeit noch sonnige Wetter hält. Ein bisschen Ruhe tut uns nach der kurzen und anstrengenden Nacht durchaus gut und so begeben wir uns nach dem Frühstück an die Promenade, um dort zu schwimmen und die Sonne zu genießen. Naja, bis auf Jan, denn der hat festgestellt, dass heute morgen auch sein Portemonnaie verschwunden ist. In der Annahme, dass er es gestern abend in der letzten Diskothek hat liegen lassen, verbringt er den Vormittag auf der örtlichen Präfektur und versucht mit verschiedenen holländischen Halbwelt-Diskothekenbesitzern via Handy in Kontakt zu treten um dann letztlich festzustellen, dass sich das gesuchte Objekt in seiner Tasche befindet…