Im ewigen Eis des Cevedale – Auf 4.000 Meter Aug’ in Aug’ mit dem Ötzi 1. Tourpunkt: Ötzi – wir kommen! zur Startseite 2. Tourpunkt: Unser erster 3.000er: die Schöntaufspitze 3. Tourpunkt: Besteigung der Madritschspitze 5. Tourpunkt: Dünne Luft: Auf dem Gipfel des Monte Cevedale 6. Tourpunkt: Im Reich der Murmeltiere: Auf der Marmotta 7. Tourpunkt: Wildes Wasser – Rafting auf der Passer 4. Tourpunkt: Zwischen Gletschern und Kanonen: der Aufstieg zur Casatihütte
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Ötzi
  Ötzi – wir kommen!  II

Dann deutet Robert auf ein Felsplateau, auf dem sich kaum erkennbar ein weißes Gebäude abzeichnet: die Zufallhütte. »Dort müssen wir ’nauf« bedeutet uns Robert; zu Fuß wohlgemerkt. Und so bewältigen wir – zu Fuß! – unsere ersten 200 Höhenmeter hinauf zur Hütte. Die Zufallhütte liegt auf 2.265 m und ist unser Quartier für die nächsten drei Tage. Nach 30 Minuten ist geschafft. Wir lassen uns erst einmal auf der Terrasse der Hütte nieder und genießen bei einem »kühlen Hellen« das grandiose Alpenpanorama…

Jetzt beginnen wir zu verstehen, weshalb das Martelltal als eines wildromantischsten aller Tiroler Bergtäler und bei Wanderern und Bergsteigern als absoluter Geheimtip gilt. Um uns herum nichts als Berge, rauschende Wasserfälle, bläulich glänzende Gletscher, schneebedeckte Gipfel, allesamt über 3.000 Meter hoch, überragt von einem »Monsterberg«, dem Cevedale. Respekt, Respekt! Gut, dass wir Robert dabei haben, unseren Bergführer, irgendwo in den Vierzigern und Leiter der Bergsteigerschule Meran. Die hat er vor etlichen Jahren mit einem Freund ins Leben gerufen, seinen Job als Buchdrucker in Bozen an den Nagel gehängt, und macht sich seitdem auf die Suche nach abenteuerlustigen Menschen, die sich ihm in den Bergen anvertrauen. Fünf haben sich gefunden: wir…
Dann wird Quartier bezogen. Gut, dass wir reserviert haben, denn die Hütte ist ausgebucht. Im Hüttenvorraum stapeln sich die Bergschuhe und Wanderstöcke, es wird gefachsimpelt über Lederfett und das Wetter. Ein Mittsechziger aus Sachsen, dessen Bekanntschaft wir bereits im Bus machen durften und den wir auch im Taxi nicht abschütteln konnten, läuft ständig mit seiner Videokamera umher und verkündet jedem stolz, dass er vor der Wende bereits in den Dolomiten geklettert ist – doll!!! Auch wenn sich hier oben allerhand ulkiges Volk aller Altersklassen versammelt hat, so hat Robert mit der Zufallhütte doch eine wirklich gute Wahl getroffen. Statt im muffigen Matrazenlager nächtigen wir in komfortablen Zwei- bzw. Dreibettzimmern mit fließend Wasser, statt Dosenfutter und Instant-Tütensuppe tischt der Hüttenwirt uns am Abend in der Gaststube ein Drei-Gänge-Menue auf und warme Duschen gibt es auch. Männer, das Abenteuer kann beginnen…  

 

Martelltal