1. Tourpunkt: Dracula – wir kommen! Auf Draculas Spuren – Mit einem Floß durch die Karpaten 2. Tourpunkt: Herrmannstadt – von Sachsen und Zigeunern 3. Tourpunkt: Floßbau leicht gemacht 5. Tourpunkt: Auf dem Gipfel der Cozia 6. Tourpunkt: …zurück in die Zivilisation!! zur Startseite
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Karpaten
  …zurück in die Zivilisation!!  II

Es beginnt eine abenteuerliche Fahrt auf der Ladefläche eines rumänischen Lkws mitten durch die Karpaten. Wir zockeln bei strahlendem Sonnenschein mit etwa fuffzig Sachen durch die Berge, hinter uns blenden die Lastzüge auf, denen es nicht schnell genug geht, und die uns an jeder erdenklichen oder auch nicht erdenklichen Stelle in halsbrecherischer Manier überholen, als es plötzlich einen ohrenbetäubenden Knall tut, unser Lkw in’s Schlingern gerät und sich in beängstigender Weise der Leitplanke nähert, hinter der es etwa 50 Meter tief in die Oltschlucht geht. Was ist passiert? Einer der Hinterreifen unseres Lkw ist geplatzt und hätten wir keine Zwillingsreifen, dann – na ja, norok eben…


  Durch Klopfzeichen machen wir uns beim Fahrer bemerkbar, damit er anhält und etwas unternimmt. Der hält auch, aber nicht weil wir klopfen, sondern weil plötzlich mitten auf der Nationalstraße vier Pferde die Fahrbahn versperren. Unser Fahrer steigt denn auch tatsächlich aus, betrachtet sich kurz seinen Reifen – oder das, was davon noch übrig ist – und zuckt lässig mit den Achseln. Weiter geht’s auf drei Schlappen…
Zwei Stunden dauert die halsbrecherische Fahrt, bis wir schließlich die Ausläufer von Herrmannstadt erreichen – lebend!!! Nix wie runter, von dem Seelenverkäufer, bevor der Reifen ganz seinen Geist aufgibt. Aber wir kommen wir nun zurück zum Campingplatz? Na klar: Taxis. Die sind auch schon bald da, rein mit den Klamotten und los geht’s – sollte man meinen. Doch auch rumänische Taxen haben so ihre Besonderheiten. Es beginnt damit, dass links an der Fahrertür ein dicker Holzknüppel steckt, der wohl dem »Bezahlen« dient. Ein langer Sprung, der sich quer über die Windschutzscheibe zieht, erinnert uns irgendwie an unseren Lkw-Reifen. Und als nach etwa 200 Metern der Motor unseres Vehikels abstirbt wird uns alles klar. Unser Taxifahrer kennt das Problem offensichtlich. Während er unter der Motorhaube an irgend-welchen Drähten zieht, ruckeln wir verheißungsvoll an dem Draht des Radios und – der Motor läuft…