1. Tourpunkt: Dracula – wir kommen! Auf Draculas Spuren – Mit einem Floß durch die Karpaten 2. Tourpunkt: Herrmannstadt – von Sachsen und Zigeunern 3. Tourpunkt: Floßbau leicht gemacht 5. Tourpunkt: Auf dem Gipfel der Cozia 6. Tourpunkt: …zurück in die Zivilisation!! zur Startseite
4. Tourpunkt: Mit der Vaseline durch die Karpaten
Flußfahrt
 
Mit der Vaseline
durch die Karpaten…  V

Der nächste Tag beginnt früh morgens mit einer Wäsche im Fluss, dann werden die Sachen, wie üblich, in den Autos verstaut, der Lagerplatz geräumt und gegen 10.00 Uhr sind wir wieder auf dem Fluss. Die Tour führt uns erneut durch wildromatische Flussengpässe, mit heftigen Stromschnellen, die uns und das Floß kräftig durchschütteln. Immer wieder bleiben wir an den unter der Wasseroberfläche lauernden Felsen hängen, muß das Floß in der Strömung befreit werden…

Dann gegen Mittag das Maleur. Materialermüdung. Unser Heckruder bricht, wir sind mehr oder minder manövrierunfähig. Nur gut, dass vor uns eine hohe Brücke den Fluss kreutzt und am linken Ufer eine Ortschaft auftaucht: Ciineni, ein Zigeunerdorf mitten in den Karpaten. Ein Floß mit Touristen, das ist hier natürlich die Attraktion des Jahres und bald schon sind wir umringt von Zigeunerkindern, die am Flussufer und auf der Brücke stehen und staunen…

   
Das Ruder muß jetzt erst einmal wieder hergerichtet werden und so nutzen wir die Zeit zu einem Ausflug in den Ort. Das Dorf toppt alles, was wir bislang in Rumänien gesehen haben. Kein Strom, kein fließend Wasser, staubtrockene Wege, die durch den Ort und über eine Brücke führen, unter der Frauen ihre Wäsche in einem Bergbach waschen…

Ungläubig werden wir von den Dorfbewohnern bestaunt. Kaum ein Tourist, der sich normalerweise in diesen abgelegenen und ärmlichen Winkel der Karpaten verirrt. Auch wir nicht, wäre da nicht die Sache mit dem Ruder gewesen. Immerhin, der Ort rühmt sich ein Hospital zu besitzen, was immer sich hinter dem Schild mit dieser Aufschrift tatsächlich verbergen mag. Lieber nicht krank werden! Immerhin, die Kirche mit ihrer Holzkonstruktion steht unter nationalem Denkmalschutz und wird gerade restauriert…
Zurück am Floß. Vasile und seine Männer haben das Ersatzruder montiert und wollen weiter. Wir haben noch ein Stückchen vor uns. Sind alle komplett? Ja, keiner fehlt – also, los geht’s. Ein Weilchen begleiten uns noch die Zigeunerkinder am Flussufer, dann gerät das Dorf außer Sicht. Der Olt schlängelt sich wieder durch eine malerische Landschaft, vorbei an grünen Almen, wo die Bergbauern bereits ihr Heu aufgeschichtet haben…

Die Sonne brennt schon wieder den ganzen Tag vom Himmel und Erfrischungen im Fluss tun Not. Nicht jeder verträgt den Sonnenschein, aber viel Schatten gibt es nicht. Zu allem Übel mussten wir den Sonnenschutz abbauen, da ein steifer Gegenwind durch das Olttal bläst und wir sonst nicht von der Stelle kämen. Besonders Frank leidet unter der Sonne und hat sich übel verbrannt…

Gegen Nachmittag wird der Olt dann allmählich breiter, die Fließgeschwindigkeit nimmt deutlich ab, was damit zusammenhängt, dass wir uns zunehmend dem Ende unserer Floßreise nähern. Drei Tage auf einem Floß durch die Karpaten – unsere Abenteuerreise auf dem Olt ist fast vorüber…


     
     
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