1. Tourpunkt: Dracula – wir kommen! Auf Draculas Spuren – Mit einem Floß durch die Karpaten 2. Tourpunkt: Herrmannstadt – von Sachsen und Zigeunern 3. Tourpunkt: Floßbau leicht gemacht 5. Tourpunkt: Auf dem Gipfel der Cozia 6. Tourpunkt: …zurück in die Zivilisation!! zur Startseite
4. Tourpunkt: Mit der Vaseline durch die Karpaten
Flußfahrt
 
Mit der Vaseline
durch die Karpaten…  IV

Weiter geht’s, wieder hinunter zum Floß, wo ein gedeckter Tisch auf uns wartet. Liane hat angerichtet: Wurst, Käse, Brot, Paprika und Melone. Dann geht es zurück auf den Fluss. Ein steifer Wind weht durch das Olttal und verwandelt unseren Sonnenschutz in ein regelrechtes Segel. So gleiten wir zügig durch die Karpaten, unserem heutigen Etappenziel entgegen. Gegen 16.00 Uhr ist unser Ziel fast erreicht. Wir unterfahren die Eisenbahnbrücke, die zu der Bahnstation von Valea Marului führt, und legen am rechten Flussufer unter überhängenden Bäumen an…

Unmittelbar am Flussufer findet sich unser heutiger Lagerplatz, auf dem mit der uns zwischenzeitlich eigenen Übung die Zelte aufgebaut werden…

Während sich Jürgen und Henri an ihrem holländisch-friesischen Staudammprojekt abmühen, gibt es für den Rest ein Bad im Fluß…Dann erkunden wir die Ortschaft, die aus kaum mehr als einer Handvoll ärmlicher Häuser besteht, die sich entlang der Hochstraße aufreihen. Wir befinden uns nicht gerade am Nabel der Welt, aber immerhin stoßen wir oben an der Straße auf zwei Lokalitäten, die miteinander um die Gunst der Auto- und Fernfahrer buhlen: ein Kiosk links und eine Bar rechts. Wir entscheiden uns für die Bar, weil wir dann nicht an der vielbefahrenen Straße sitzen müssen und erkennen rasch, um was für ein Etablissement es sich hierbei handelt. Das Separete und die freizügig bekleidete Bedienung deuten darauf hin, dass wir wieder einmal in einer »rumänischen Pizzeria« gelandet sind – nur die Stange fehlt…
Während wir das kühle »Ursus« genießen und unser Tischnachbar in Selbstgespräche versinkt, fährt auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein silbernfarbener Golf mit deutschem Kennzeichen vor, dem drei dunkelgekleidete männliche Gestalten entsteigen. Wir werden Zeugen eines seltsamen Schauspiels. Die Drei öffnen zunächst die Motorhaube des Golf und versuchen dann wild gestikulierend vorbeifahrende Pkw mit ausländischen Kennzeichen anzuhalten. Vasile erklärt uns später den Sinn des Schauspiels: die Männer sind Zigeuner und täuschen eine Panne vor, um dann von einem hilfsbereiten Touristen Benzin gegen gefälschte Goldketten einzutauschen. Plötzlich stehen die Zigeuner bei uns in der Bar und mustern uns interessiert. Es wird Zeit für uns zu gehen und uns unseren Flößern anzuschließen, die gerade den gegenüber liegenden Kiosk verlassen, bevor das Interesse der Zigeuner an uns zu groß wird…

Wieder am Camp wird Holz für’s Feuer gehackt,…

…das Abendessen geschnippelt…
…und dann gegrillt. Auch unsere PET-Flasche ist wieder da und macht die Runde. Vasile erklärt uns, was er von Bill Clinton und den Amerikanern hält, was er in Deutschland gemacht hat, wie er es schaffte, sich mit einer Axt Respekt gegenüber den Zigeunern zu verschaffen und bringt alles auf einen gemeinsamen Nenner: Die rumänische Welt dreht sich mit »Beton«…

Mittlerweile ist es Nacht geworden und die Sterne funkeln in dieses wunderschöne Flusstal. Es ist unser letzter Abend mit den Flößern, denn morgen erreichen wir mit dem Cozia-Gebirge das Ziel unserer Floßtour. Gabi hat schon wieder die Klampfe in der Hand und zum Rauschen des Olt stimmen wir unsere Hymne an, den »Vaseline-Song«…
   
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