1. Tourpunkt: Dracula – wir kommen! Auf Draculas Spuren – Mit einem Floß durch die Karpaten 2. Tourpunkt: Herrmannstadt – von Sachsen und Zigeunern 3. Tourpunkt: Floßbau leicht gemacht 5. Tourpunkt: Auf dem Gipfel der Cozia 6. Tourpunkt: …zurück in die Zivilisation!! zur Startseite
4. Tourpunkt: Mit der Vaseline durch die Karpaten
Flußfahrt
 
Mit der Vaseline
durch die Karpaten…  III

Der nächste Morgen beginnt mit der obligatorischen Wäsche am Fluss…

Nach der Morgentoilette und einem Frühstück am Lagerfeuer geht es zurück zum Olt, die »Vaseline« wird zum Ablegemanöver fertig gemacht und gegen 10.00 Uhr treiben wir wieder den Karpaten entgegen. Die Bergketten steigen heute früh zunächst noch sacht an, gleichen zunächst noch eher bewaldeten Hügeln,…

Dann wird es ernst. Die Gipfel der Transsilvanischen Alpen werden höher und höher, die Landschaft rauer, bis wir gegen Mittag den Turnu Rosu, den im 15. Jahrhundert erbauten Roten Turm, passieren, dessen Reste dicht am Flussufer stehen und dessen Name sich von dem Türkenblut ableitet, das hier geflossen sein soll. Wir befinden uns am Eingang in die spektakuläre Karpatenschlucht von Turnu Rosu mit ihren Stromschnellen, wo der Olt den Gebirgszug der Südkarpaten durchtrennt, das Lotru-Gebirge im Westen von dem Fagaras-Gebirgszug im Osten. Wir befinden uns nun im Grenzgebiet zwischen Transsilvanien und der Walachei. Der Olt, Rumäniens größter Binnenfluß, setzt hier nun zu einem gewaltigen Kraftakt an. Mit der erodierenden Kraft seiner Wassermassen ist es dem Fluss im Verlaufe der Jahrtausende gelungen, die über 2.500 Meter hohen Karpaten zu durchbrechen, um dann durch die große rumänische Tiefebene zu durchziehen, wo er schließlich auf die Donau trifft. Die »Vaseline« macht nun ihrem Namen alle Ehre und unsere Flößer haben alle Hände voll zu tun, um unser Floß sicher durch die Schlucht zu führen…

Wild sprudelt das Wasser des Olt durch die enge, von hoch aufragenden wildromantischen Gipfeln eingerahmte Karpatenschlucht. Alle sind gefordert, als wir mit unserem selbstgebauten Floß durch die Stromschnellen und vorbei an den dicht unter der Wasserlinie lauernden Felsen schießen…

Nachdem wir die Stromschnellen passiert haben, gleiten wir nun wieder eher geruhsam dahin, vorbei an bewaldeten Bergrücken und einsam gelegenen Almen. Gegen Mittag machen wir Rast, verzurren die »Vaseline« am rechten Flussufer und erklimmen die Böschung hinauf zu der Straße.
 
  Wir stehen am Rande der N 7, der Hochstraße, die dem Karpatendurchdruch folgt und in die Walachei und von dort nach Bukarest führt. Hier stoßen wir auf eine Raststätte, in der rot-weiße Coca-Cola-Schirme westliches Flair versprechen. Eine kühle Cola käme nach der Hitze auf dem Floß jetzt gerade recht und so genießen wir den Schatten auf der Terrasse des Lokals und beobachten, wie allerlei merkwürdige Gefährte die Straße entlang kommen, Lkw’s ohne Windschutzscheibe, Laster mit geöffneter Motorhaube und völlig überladene Pkw’s. Ein weißer Kleinwagen fällt uns besonders auf, der mit einem Dachträger voller Gepäck angeknattert kommt und auf den Parkplatz einbiegt. Die Dachlast droht gleich herunterzustürzen, so waghalsig wurde sie aufgetürmt. Aber halt – ist das nicht? – ja das ist doch! – das sind doch unsere Rucksäcke, die wir da ausmachen, die sich da auf dem Dach von Rotis weißem Dacia stapeln, die auch schon lachend dem abenteuerlichen Gefährt entsteigt…
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