1. Tourpunkt: Dracula – wir kommen! Auf Draculas Spuren – Mit einem Floß durch die Karpaten 2. Tourpunkt: Herrmannstadt – von Sachsen und Zigeunern 3. Tourpunkt: Floßbau leicht gemacht 5. Tourpunkt: Auf dem Gipfel der Cozia 6. Tourpunkt: …zurück in die Zivilisation!! zur Startseite
4. Tourpunkt: Mit der Vaseline durch die Karpaten
Flußfahrt
 
Mit der Vaseline
durch die Karpaten…  II

Mit langen Stangen versuchen wir unser Gefährt wieder frei zu bekommen. Kein leichtes Unterfangen, den die Strömung ist stark und unser Floß wiegt über fünf Tonnen. Deshalb ist besondere Vorsicht geboten, denn wenn sich die »Vaseline« mit einem Ruck von dem Felsen befreit, dann ist so ein Gewicht nicht mehr zu halten und wehe dem, der dann vorne vor dem Floß steht…

Stunde um Stunde gleiten wir durch diese malerische und wilde Landschaft auf die Karpaten zu. Störche nisten in den Bäumen am Flussufer, bunte Eisvögel flitzen dicht über die Wasseroberfläche…

Wieder stoßen wir auf Stromschnellen, gibt Käpt’n Vasile das Kommando zum Absitzen, als das Floß an einer Kiesbank hängen bleibt. Das Wasser ist hier zum Teil keine 30 Zentimeter tief und alle sind gefordert, als es Schieben heißt…

 
Dann passiert es plötzlich: ein lauter Aufschrei und wir sehen, wie Christine, bereits zur Hälfte unter dem Floß liegt, das sich in der Strömung langsam voran schiebt. Offensichtlich ist Christine auf den glatten Steinen ausgerutscht und unter die »Vaseline« geraten. Fünf Tonnen Hölzer schieben sich langsam über Lianes Schwester und nur mit einem beherzten Griff gelingt es gerade noch, eine Katastrophe zu verhindern. Alle stehen unter Schock und sind gewarnt. Auf den Schreck brauchen wir erst einmal einen Beruhigungsschluck. Wo ist eigentlich unsere PET-Flasche mit dem
selbstgebrannten Schnaps?…
Gegen Abend wird der Olt träge und breiter. Der braune Strom umspült baumbestandene Auen und Inselchen. Langsam, sehr langsam treiben wir dahin, während Gabi auf der Gitarre spielt…

Das Ende des Siebenbürgischen Hochlandes ist nun fast erreicht und als hinter einer Biegung vor uns die Karpatengipfel auftauchen, gibt Vasile das Zeichen zum Anlegen. Unser Lagerplatz ist erreicht, eine malerische Wiese oberhalb des Flusses. Nachdem wir das Floß entladen haben, werden die Zelte aufgebaut,…

…das Lagerfeuer entzündet, auf dem schon bald ein Topf mit Gemüse vor sich hin brutzelt und der Tag kann ausklingen. Zu Gabis Gitarrenklängen summen um uns die Mücken. Nur gut, dass die Schweitzer nicht nur Ricola Kräuterzucker, sondern auch das »Antibrumm« erfunden haben…


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