1. Tourpunkt: Dracula – wir kommen! Auf Draculas Spuren – Mit einem Floß durch die Karpaten 2. Tourpunkt: Herrmannstadt – von Sachsen und Zigeunern 3. Tourpunkt: Floßbau leicht gemacht 5. Tourpunkt: Auf dem Gipfel der Cozia 6. Tourpunkt: …zurück in die Zivilisation!! zur Startseite
4. Tourpunkt: Mit der Vaseline durch die Karpaten
Herrmannstadt
 
Herrmannstadt –
von Sachsen und Zigeunern  III

Über die staubigen, ungeteerten Straßen Avrigs geht es nun zu Fuß weiter, bis wir vor einem Hoftor stehen, hinter dem unsere Gastgeber bereits auf uns warten. Wir übernachten heute im Heu bei der Bauernfamilie Cordos, die uns mit heißen Krapfen, die in einem Topf mit heißem Öl schwimmen, und einer großen Flasche selbstgebranntem Schnaps herzlich willkommen heißt. Na dann – »norok«!…

Spartanisch geht’s hier zu. Über eine schmale Leiter geht es zu unserer Schlafstätte auf den Heuboden. Hinter dem Hühnerstall steht das mit Wellpappe isolierte und Bravopostern dekorierte Plumpsklo der Bauernfamilie und neben dem Hoftor befindet sich unser Waschplatz – ein Gartenschlauch und ein großer Kochtopf. Aber bevor wir uns gemütlich niederlassen heißt es erst einmal Anpacken. Der Bauer schmeißt seinen Traktor an, alle Mann auf dem Hänger aufsitzen und dann zuckeln wir knatternd durch den Ort. Dann liegen sie vor uns, die Hölzer, die wir morgen zu unserem Floß
zusammenzimmern sollen. Die ausgedienten Telegraphenmasten werden auf den Hänger gewuchtet…

…dann geht’s runter zum Fluß. Abladen,…



…ein Bad im Olt – geschafft…

Gegen 8 Uhr treffen wir wieder am Bauernhof ein, wo uns bereits eine reich gedeckte Tafel erwartet. Jetzt wird rumänisch aufgetischt. Es gibt allerhand, was nach einer ersten Bewährungsprobe für unsere westeuropäischen Mägen ausschaut. Es beginnt wieder mit Papanasch, jenen in Öl gebratenen und jetzt gut durchgezogenen Krapfen. Als zweiter Gang folgen Sarmale, fingerdicke Krautwickel mit einer Reis-Kalbfleisch-Füllung, die in einer weißen Joghurtsauce schwimmen. Dazu gibt es mamaliga, eine rumänische Polenta. Es gibt wohl nur eins, was dieses Gemisch wirksam zusammenhalten kann: Tuica, der selbstgebrannte rumänische Zwetschgenschnaps, der unser ganzes Mahl begleiten soll. Dazu das ein oder andere »Ursus«. Na dann – »norok«!…

Irgendwann am späten Abend wäre es an der Zeit, sich in’s Heu zurückzuziehen. Aber dann kommt alles ganz anders. Eine nächtliche Tour durch Avrig endet in einer vermeintlichen Pizzeria und für Henri an einer Stange, an der eigentlich eine vereinsamte Rumänin tanzen sollte. Na dann – »Gute Nacht«!…



 

 

     
Home

 

Karpaten